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Was gehört wohin im Schichtplan?

Die Pläne sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich, was Bezeichnungen und Bedeutungen angeht. Die oberste Zeile im Plan heißt auch Soll, Plansoll, Sollplan, Vorplan, Sollzeile. Die zweite Zeile wird auch Istzeile, Istsoll, Istplan, Änderungen genannt.
In der Schichtplan-Fibel benutzen wir ein vereinfachtes Grundmodell. Um Erklärungen zu bekommen, ziehe Deinen Mauspfeil  Mauspfeil über die roten Felder (zusatz) im Schichtplan …

  Übertrag   Mo Di Mi Do Fr Sa So Bilanz Übertrag
Sophie Kunzzusatz Name:
ein Schichtplan ist eine höchstpersönliche Anordnung.
Die/der Vorgesetzte teilt eine bestimmte Beschäftigte für die Tage ein.
+3 Planzusatz Anordnung:
gemäß § 116 GewO
SzusatzSpätschicht xzusatz Frei:
gut, wenn sicher dokumentiert ist - an diesem Tag beginnt keine Schicht.
Änderungen (späteres Einteilen am freien Tag) ergänzen in der 2. Zeile.
Fzusatz Frühdienst xzusatz Frei
geplant und festgelegt; doch es blieb nicht so.
F S Szusatz Sonntagsarbeit:
dafür gibt es einen Ersatzruhetag.
38,5zusatz Saldo:
geschuldete Arbeitstzeit gegen
tatsächlich geleistete / abgeforderte.
+3zusatz zusätzliche
Stunden sollen nicht verfallen!
Darum werden sie hier dokumentiert.
38,5zusatz ivrAZ:
Die individuell vereinbarte durchschnittliche regelmäßige Wochenarbeitszeit (Zeitschuld).
Bei Teilzeitbeschäftigten weicht die wöchentliche Arbeitszeit ja ab.

7,7zusatzSchichtlänge/n:
§ 2 nr. 8 NachwG bestimmt, dass Arbeitsmuster vereinbart werden.
Istzusatz Aufzeichnung:
gemäß § 3 II ArbSchG. In der 2. Zeile steht, was nicht »ohnehin« oder »ansonsten« gearbeitet wird: Urlaub, krank, Freizeitausgleich...
Urlaub und Freizeitausgleich erschienen nur, falls in der ersten Zeile Arbeit geplant ist. Der Freizeitausgleich ist widerruflich.
Fzusatz Eingesprungen:
mit einer Frühschicht. Aber nur, falls Sophie einverstanden ist,
"AT" - also außertariflich in ihrer Freizeit zu arbeiten.
zusatz ausgleichend:
Aber nur, falls Sophie einverstanden ist. Denn diese Umplanung ist nicht betrieblich notwendig. Sie verhindert das Entstehen einer Überstunden und die Über­stunden­vergü­tung.
0zusatzHier blieb bis zum Ende der Woche nichts ohne Ausgleich.
+10,5     7,7zusatzAufzeichnung:
gemäß § 3 II ArbSchG.
-7,7 0zusatzTariffremdes Arbeitszeitkonto? +10,5zusatzÜberplanung:
wartet auf Ausgleich im Ausgleichszeitraum.
linkLegendezusatz Legende:
ein Schichtkürzel steht für Beginn - Pausen -Ende.

F  = Frühdienst 06:00 bis 14:15 Uhr / 7,7 St.
S  = Spätdienst 11:45 bis 20:00 Uhr / 7,7 St.
N  = Nachtschicht 19:30 bis 06:15 Uhr / 10 St.
x = Frei
xÜ = Freizeitausgleich für Überstunden

Die Bundesarbeitsrichterzusatz Das Bundesarbeitsgericht (BAG) entscheidet in Sachen des Arbeitsrechts. Nur das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Gerichtshof (EuGH) sind klüger, stehen jedenfalls »drüber« und haben manchmal das allerletzte Wort. definierten …

 Dienstplan:  »Mit dem Dienstplan wird die Arbeitszeit für den Kalendertag und die Uhrzeit festgelegt.«
[BAG-Urteil 25.04.2013 – 6 AZR 800/11, Randnummer 30]
 Schichtplan:  »Der Unterschied zum Dienstplan liegt allein darin, dass Arbeiten zu verteilen sind, die über die Arbeitszeit eines Arbeitnehmers hinausgehen und die austauschbaren Arbeitnehmern in einer zeitlich geregelten Reihenfolge übertragen werden.«
[BAG-Urteil 25.04.2013 – 6 AZR 800/11, Randnummer 30]
 regelmäßige Arbeitszeit:  »Der Begriff 'regelmäßige Arbeitszeit' bezeichnet das vom Vollzeitbeschäftigten im Durchschnitt geschuldete normale wöchentliche Arbeitszeitvolumen, für das ihm das Tabellenentgelt zu zahlen ist.«
[BAG-Urteil 25.04.2013 – 6 AZR 800/11, 1, Randnummer 25]
 Freizeitausgleich:  - »dient nicht Erholungszwecken, sondern wird zum Ausgleich dafür gewährt, dass der Arbeitnehmer an anderen Tagen bereits Arbeitsleistungen erbracht und bezahlt erhalten hat«
[BAG Urteil 17.01.1995 - 3 AZR 399/94]
»Ein Freizeitausgleich kann nicht an solchen Tagen erfolgen, an denen der [Arbeitnehmer] ohnehin nicht zur Arbeit verpflichtet ist. An diesen Tagen ist dem Arbeitgeber unmöglich, Dienstbefreiung zu erteilen«
[BAG Urteil 12.12.1990 - 4 AZR 269/90]
 Urlaubstag  »Urlaub kann nur für solche Tage erteilt werden, an denen der Arbeitnehmer aufgrund der Verteilung seiner Arbeitszeit eigentlich hätte arbeiten müssen. […] Denn Urlaubsgewährung ist die Befreiung von der Arbeitspflicht für einen bestimmten künftigen Zeitraum.«
[BAG-Urteil 15.03.2011 – 9 AZR 799/09 Rn 22]
»Für Arbeitnehmer in Schichtarbeit sind die Urlaubstage in Arbeitstage umzurechnen.«
[BAG Urteil 15.03.2011 – 9 AZR 799/09]
 Überstundenzuschlag:  »Mit dem Überstundenzuschlag soll allein der Umstand belohnt werden, dass der Arbeitnehmer ohne Freizeitausgleich mehr als vertraglich vereinbart arbeitet und dadurch planwidrig die Möglichkeit einbüßt, über seine Zeit frei zu verfügen.«
[BAG-Urteil 23.03.2017 – 6 AZR 161/16]
 anordnen:  »Ein Arbeitnehmer leistet Über- oder Mehrarbeit, wenn diese vom Arbeitgeber angeordnet, gebilligt, geduldet oder zumindest zur Erledigung der geschuldeten Arbeit notwendig ist […].
Ausdrücklich angeordnet wird Über- oder Mehrarbeit, wenn der Arbeitgeber sie explizit verlangt […]. Konkludent ordnet der Arbeitgeber Über- oder Mehrarbeit an, wenn er dem Arbeitnehmer Arbeit in einem Umfang zuweist, der unter Ausschöpfung der persönlichen Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers nur durch Leistung von Über- oder Mehrarbeit außerhalb der Normalarbeitszeit zu bewältigen ist […].
Mit der Billigung von Über- oder Mehrarbeit ersetzt der Arbeitgeber durch eine Genehmigung nachträglich die fehlende vorherige Anordnung schon geleisteter Über- oder Mehrarbeit […].
Der Arbeitgeber duldet Über- oder Mehrarbeit, wenn er sie hinnimmt und keine Vorkehrungen dafür trifft, sie künftig zu unterbinden. Er schreitet nicht dagegen ein, dass die Über- oder Mehrarbeit geleistet wird, sondern nimmt sie weiterhin entgegen […].«
[BAG-Urteil 20.10.2016 – 6 AZR 715/15 Rn 66]



Oriertiert bei der Schichtplanung

Seit Mitte 2008 steigt die Zahl der Besuche; täglich klicken derzeit rund 1200 Betroffene und ihre Interessenvertreter/innenzusatz Interessenvertreter/innen
Betriebsrat (BR),
Personalrat (PR) oder
Mitarbeitervertretung (MAV)
werden von Gesetz wegen gewählt.
Wir als Gewerkschafter/innen wählen uns eigene ver.di-Vertrauensleute im Betrieb.
durch die Seiten der linkSchichtplan-Fibel. Die Geschichte der Schichtplanung in 1 Minute 20 Sekunden:

Grenzen:   linkGesetze, linkUrteile, linkLeitlinien und vor allem die linkWirklichkeit geben die Antwort auf die tastende Frage - »Darf der das?«.
aktiv werden:   Die weit wichtigere Frage - »Wie ändere ich das?« führt zu den Problemen, den Urlaubsanspruch linkumzurechnen, linkBriefe zu schreiben und die linkBezahlung für unsere Mehrarbeit in Euro und Cent anzugeben.

Ausschnitt: Die Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens, Bert Brecht, Dreigroschenoper 1928 (11 Sek.; 120 kb)

Unser verdi-Fachbereich im linkInternet (https://gesundheit-soziales.verdi.de) informiert aktuell.  
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